Formate 
Gedanken zur Programmierung 
 
Die spezifischen Anforderungen in unserem "Paralleluniversum" führen uns immer mehr zu einer Art der Spielplangestaltung, die sich von herkömmlichen Theatern unterscheidet. Wir denken in fünf spezifischen Formaten darstellender Kunst, die wir im Folgenden beschreiben:

wortlust

In dieser Reihe finden äußerst szenische Lesungen statt.

Das Format verschreibt sich der Lust am Wort, dem Sog, der durch das pure Erzählen entsteht. WORTLUST nimmt sich aller Textsorten an, deren Verlautbarung und szenische Umsetzung einen Mehrwert verspricht. Unter dieser Prämisse sind uns Autoren von Homer bis Viktor Pelewin ebenso willkommen, wie alle denkbaren literarischen Genres. Das Gedicht, die Short-Story, der Roman, der Leitartikel, der philosophische Essay, die Textfläche, das Drehbuch stehen hier gleichberechtigt neben dem Drama. Zeitgenössische Autoren werden anstelle der üblichen „Dichterlesungen“ ihre Texte in Zusammenarbeit mit einem professionellen Bühnenensemble vorstellen.
wortlust


tonspur

Das Musiktheaterformat des Salon5. Die Musik unterstützt nicht wie üblich das szenische Geschehen. Sie ist vielmehr der entscheidende Motor für alles was szenisch, filmisch, ästhetisch auf sie bezogen wird.

Theatral inszenierte Club-Konzerte aus dem Punk/Pop/Rock-Genre können ebenso das Ergebnis der Auseinandersetzung sein wie Text-Klangcollagen, live verfertige Bühnentonspuren zu Stummfilmen oder szenisch verbundene Kreuzungen aus Fado und Wienerlied.

Kein Ergebnis wird einer landläufigen Gattungsbezeichnung von „Oper“, „Musical“, „Lieder-abend“, oder ähnlichem zuzuordnen sein.
Alle Ergebnisse sind theatral.
tonspur



lichtspiel

In diesem Format ist der Film im umfassenden Sinn die Inspirationsquelle für den Live-Theaterabend.

In den letzen Jahren gibt es einige Beispiele gelungener gegenseitiger Ansteckungen dieser beiden Genres - weit über den üblichen Einsatz von Visuals am Theater hinaus. Es gibt sehr konsequente Theaterarbeiten, die sich einer reinen Filmbildsprache und -dramaturgie verdanken, und wegweisende Filme, die nichts anderes als Theaterskizzen vor laufender Kamera sind.

Diese produktive Ansteckung betreiben wir auf unsere Weise seit Jahren und widmen ihr zur weiteren Erforschung und Radikalisierung das Format LICHTSPIEL.

Experimente zur schauspielerischen Interaktion von Film und Bühne werden ebenso programmiert wie Screenings mit anschließenden Diskussionen.
lichtspiel



umfeld

Der Blick über den eigenen Tellerrand ist DAS Credo von „Salon5“. Das Umfeld zu integrieren und zu involvieren, anzustiften mit den Möglichkeiten der darstellenden Kunst, Denk- und Lebenshorizonte zu erweitern, ist unsere erklärte Absicht. Das geschieht nicht in Form von postdramatischen Bühnenshows mit Experten des Alltags, sondern durch besondere Begegnungen zwischen Menschen, die keine professionelle oder (noch) gar keine Beziehung zum Theater haben und den Künstlern. Zur Bereicherung beider Parteien.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Theaterarbeit mit Jugendlichen und Menschen mit Migrationshintergrund, im Wissen welche Kräfte sie freisetzen und welche Defizite in unserer Gesellschaft sie auffangen kann.

Dieses Format bietet die kontinuierliche Theaterarbeit an einem Jahresprojekt ebenso an, wie Workshops und spezielle Kulturvermittlungsformate zu unserem Spielplan.
umfeld



stückwerk

Hier präsentieren wir Stücke zeitgenössischer Autoren oder szenische Fassungen bühnentauglicher Prosa.
In beiden Fällen wird der Arbeitsprozess eingeleitet und ausgelöst durch einen zeitgenössischen auktorialen Zugriff. Sei es, dass der Autor uns einen Text für den Salon5 zur Verfügung stellt oder bearbeitet, sei es, dass ein Bearbeiter den gewählten Stoff für unser Haus destilliert. Auf dieser Grundlage findet die Suche nach einem umfassend stimmigen, psychophysischen, jedes mal neu zu generierenden Spielstil und einer ebensolchen Ästhetik statt.
stückwerk
 
usernamepasswort
vergessen?
neuanmeldung/
newsletter